Was so alles los war und noch los ist…

Wie sagen doch die Engländer: “Never a dull day“ („Es gibt keinen langweiligen Tag“). Unsere Medien hatten in den vergangenen Monaten Vollbeschäftigung. Und das werden sie in diesem Jahr, so wie es sich abzeichnet auch weiterhin haben. Manchmal kann es auch fast zu viel werden, sodass die Gefahr vor Übertreibungen bei den Schreiberlingen besteht, ganz zu schweigen von den vielen TV Interviews, die dann in echt langweiliges Geplapper ausarten, wenn es nun wirklich nicht mehr viel zu sagen gibt.

Nach langem Verhandeln und dann noch nach der erstmaligen Mitgliederbefragung einer Partei haben wir endlich eine neue Regierung bekommen, wobei die WuKo unserer Kanzlerin von der GroKo abgelöst wurde, die auch gleich zum „Wort des Jahres 2013“ gewählt wurde. Ach, Sie wissen nicht, was WuKo ist? Schon vergessen? Das war doch die „Wunschkoalition“ der Kanzlerin. Nun wurde der GroKo-Vertrag unterzeichnet, und wir warten alle aufs Regieren.

Im Kabinett wurde ein wenig hin und her geschoben. Frau von der Leyen, die neue Verteidigungsministerin hat gleich unsere Soldaten in Afghanistan bemuttert. Ihr Dronenbelasteter Vorgänger de Maizière, der ins Innere wechselte, wurde mit einem Großen Zapfenstreich verabschiedet. Der scheidende Kanzleramtschef, Herr Pofalla, kann sich nun endlich seiner Familie widmen und hat dabei doch tatsächlich übersehen, dass die Bahn ihn dringend braucht für einen neuen, extra für ihn geschaffenen Vorstandsposten. Denn so profitiert doch die Wirtschaft (die Bahn) von der Politik und umgekehrt, oder etwa nicht? In Ghana nannten wir das bei jeder neuen Regierungsbildung, ob Militär- oder vom Volk gewählte Regierung: „Jobs for the Boys“. Ich überlasse Ihnen die korrekte Übersetzung.

Eine Seite im Bundestag tritt nun, nach den vielen Protesten, für Karenzzeiten oder berufliche Auszeiten für ehemalige Politiker ein, bevor die sich in der Wirtschaft gut bezahlte Jobs besorgen, die andere Seite will ein neues Gesetz für den „Politikerwechsel“. Eigentlich ist das alles ein Armutszeugnis für unsere Politiker. Können die nicht selbst entscheiden, was für sie koscher ist, um ein passendes jüdisches Wort zu verwenden? Das Unwort des Jahres übrigens kreierte der neue König von Bayern, Herr Seehofer, der den „Sozialtourismus“ blockieren will. Darüber können/werden doch nun alle ganz viel schreiben.

Dann kamen die Stürze. Wobei wir für den guten Schumi nach seinem Horrorsturz beten sollten und nicht an „abseits von der Piste“ oder „Geschwindigkeitsübertretung“ usw. herumdeuteln. Die Medien sollen endlich die Familie in Ruhe lassen und ihre Blockade des französischen Krankenhauses aufgeben. Die Ärzte tun dort ihr menschlich Bestes. Für die himmlische Hilfe wollen wir beten. Beim Schispringen sind einige der Schanzenflieger unsanft herabgefallen, die Winde waren daran schuld. Dann stürzte auch noch unsere Kanzlerin beim Langsamlanglaufen (welcher Paparazzo hat dieses Dahinschleichen denn nur gefilmt?). Und nun wissen wir alles über die verschiedenen Beckenmodelle und verschobenen Brüche von Schambein- und Sitzbeinästen. Bei der Kanzlerin, die an zwei Krücken geht ist der linke hintere Beckenring angebrochen. Sie geht damit um, wie mit (fast) allem anderen, gelassen und unaufgeregt. Wünschen wir ihr alles Gute!

2014 ist das Jahr der vielen Gedenktage. Seine Schatten voraus wirft schon der des Hundertjährigen Jahrestages vom Beginn des Ersten Weltkriegs. Darüber wird dann sehr viel zu berichten sein. Das Wissenschaftsjahr 2014 steht unter dem Motto „Die digitale Gesellschaft“. Dabei geht es um die Zukunft des Internets.

Außerdem werden wir wohl weiterhin von der amerikanischen NSA ausgehorcht, denn ein „No-Spy-Abkommen“ wird es nicht geben. Präsident Obama versucht zwar die aufgeworfenen Wogen zu glätten nach all den Abhörskandalen, einschließlich der „überhörten“ Handygespräche unserer Kanzlerin, aber irgendwie erscheinen seine Anstrengungen in jeder Hinsicht unglaubhaft, es sei denn es folgen tatsächlich Taten. Das ist aber kaum zu glauben; denn die Amerikaner werden immer das tun, was ihnen nützt: „They are a law unto themselves“ („Sie leben nach ihren eigenen Gesetzen“). Der Rest der Welt interessiert sie nicht.

Die Magdeburger „Volksstimme“ veröffentlicht an jedem Jahresanfang die von verschiedenen Naturschutzbünden, Schutzgemeinschaften und Stiftungen gekürten Arten für die „Natur des Jahres“. Darin werden vom Vogel des Jahres über die Blume des Jahres alle Pflanzen- und Tierarten aufgelistet, deren Existenz gefährdet ist und deren gesichertes Weiterleben in der Natur unser Anliegen sein sollte. Ich war total überrascht, dass auch das Maiglöckchen (Convallaria majalis) als Giftpflanze des Jahres mit dazu gehört und die Schwanenblume (Butomus umbellatus) als Blume des Jahres. Sie wächst in Flussauen, und einigermaßen gesicherte Bestände gibt es noch an Elbe, Rhein und Oder. Durch Hochwasserschutzmaßnahmen und Flussausbauten sind sie jedoch gefährdet. Der Vogel das Jahres ist der Grünspecht (Pikis viridis), den man kaum noch zu Gesicht bekommt.

Wir erleben gerade in einigen Parks unserer Stadt, wie die Schäden des letzten, schlimmen Hochwassers im vergangenen Jahr (Juni 1013) an den Bäumen sichtbar werden. Die Staunässe hat große Schäden an Wurzeln und Stämmen verursacht. Erst nacheinander können alle Bäume, vor allem die wunderschönen alten, die sogar zwei Weltkriege überstanden haben, untersucht werden. Fällungen sind unumgänglich in allen Parks und werden beginnen, wenn es Winter wird und der Boden gefroren ist. Über die Wahl des „Magdeburgers des Jahres“, die von unserer Lokalzeitung jedes Jahr durchgeführt wird gibt es einen eigenen Blog.

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