Gezeichnet und gemalt in Zimbabwe

1983, bei meinem ersten Besuch nahm ich an der 3-tätigen RDT’83 Konferenz teil, die sich mit ländlichen Entwicklungstechnologien auseinandersetzte und bei der ich die Arbeit der ehemaligen GTZ-Abteilung GATE („German Appropriate Technology Exchange Service“) vorstellte, in der ich zu der Zeit arbeitete. Mit den Zimbabwern, die ich dort kennen gelernt habe schloss ich jahrelang anhaltende Freundschaften, die erst in der Zeit der Mugabe Diktatur endeten. Ich weiß nicht, was aus meinen Freunden geworden ist, nachdem die Kontakte zu ihnen abgebrochen sind.

Mit dem Skizzieren und Malen habe ich in Zimbabwe 1985 begonnen. Bis zu meinem letzten Besuch 1999 habe ich überall dort gezeichnet und gemalt, wohin ich an Wochenenden und Feiertagen reisen konnte. Die hier gezeigten Skizzen und Tuschezeichnungen sind mit kurzen Erklärungen versehen. Einige der besuchten Orte habe ich in den Rubriken „Reiseerlebnisse“ und „Vorträge“ beschrieben. Sie sind mit vielen Fotos illustriert.  

1983 und 1999 waren die Jahre mit den intensivsten Jacaranda-Blüten: Begrüßung und Abschied. In „Reiseerlebnisse“ kann die Farbenpracht bewundert werden. Hier sollen nur einige Skizzen von der Blütenpracht zeugen.

Die Nationalblume Zimbabwes ist die „flame lily“ oder Gloriosa superba (Rothschildiana), eine wunderschöne Lilienart, die ich natürlich auch gezeichnet habe.

Flame Lily, 1988

Flame Lily, 1988

Wenn man bei Sonnenschein nach Zimbabwe fliegt, erlebt man vor Harare beim Landeanflug ein Phänomen. Überall sind schwarze Punkte zu sehen, die immer größer werden und wie kleine Schachfiguren aussehen. Erst wenn man unten davor steht, sieht man, dass es sich um Hunderte von Bäumen aller Größen handelt, die von Termitenhügeln umgeben sind oder aber mitten in ihnen stehen. Nur noch in Botswana habe ich etwas Ähnliches gesehen.

Bäume in Termiten Hügeln, 1985

Bäume in Termiten Hügeln, 1985

Sehr erfreut war ich, als ich das erste Mal auf der Straße einen Bus überholen wollte, der auch eine Weisheit auf seiner Rückseite trug – „In Paradise Together“ – ich hoffte eher auf paradiesische Verhältnisse auf Erden. Aber „No Time to Die“ war natürlich sofort in meinem Gedächtnis! Während meiner Dienstreise wohnte ich immer bei meinen Freunden Eike und Muzz auf ihrer Farm vor den Toren Harares. Zu den Felsen und Felszeichnungen in Domboshava fuhr ich allein, so auch das erste Mal zu den Viktoria Fällen und ins Reservat der Bumi Hills. Die Chinoyi Höhlen und Farm ihrer Freunde besuchten wir gemeinsam. So, wie ich diesen herrlichen Ort skizziert habe sieht er heute nach der Vertreibung der Freunde nicht mehr aus. Ein Teil der Farmgebäude ist abgebrannt worden, und wie es im und um das Haus der Campbells und im ehemaligen Dorf ihrer Angestellten aussieht, darüber wollen wir lieber schweigen.

Die Matopos Berge mit ihren fantastischen Felsformationen, die durch Verwitterung entstanden sind über Millionen Jahre habe ich mir bei Besuchen in Bulawayo ansehen können. Dann begann ich mich auch intensiv mit den Skulptuern der Shona Bildhauer zu befassen. In der Gallerie 2000, die in der Nähe des Flughafens von Harare eröffnet hatte, im Chapungu Skulpturen Park und im National Museum von Harare bin ich oft gewesen, um mir diese einmalig schönen Kunstwerke anzusehen, von denen ich mir auch einige zur Erinnerung gekauft habe und mit nach Hause verfrachten konnte. Der Zimbabwe Vogel hat mich immer wieder fasziniert und auch die „magischen“ Würfel, eher Plättchen, mit denen die Zukunft vorausgesagt werden kann.

Bei fast jedem Zimbabwe Besuch bin ich im Ewanrigg Botanischen Garten gewesen, der vor allem im Frühjahr eine überwältigende Farbpalette bot, wenn die Aloen, Sukkulenten und viele Bäume blühten. Dann kam mein letzter Besuch 1999. Meine Freunde Eike und Muzz hatten die „Zeichen an der Wand“ richtig gedeutet und ihre Gemüse-Farm mit Milchwirtschaft vor den Toren Harares verkauft. Sie wohnten nun in einem Penthaus auf einem mehrgeschossigen Stadthaus in Harare. Es war wieder die Blütezeit der Jacaranda Bäume, und wir blickten diesmal „von oben“ auf die Farbenpracht in lila. Nach der Erledigung meiner diversen Projektbesuche und den damit verbundenen Treffen mit allen Zuständigen benutzte ich einige Urlaubstage zum letzten Besuch der Matopos Berge und der Eastern Highlands. Der Abschied von Zimbabwe ist mir diesmal sehr schwer gefallen. Ich bin auch nie wieder in dieses einmalig schöne Land gereist.

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