Schreiben im Alter

„Ein Wort, das lange im Leib gereift ist, ist fett, wenn es herauskommt“ (Sprichwort der Fulani in Senegal)

Wenn man so alt ist wie ich und auf das zurückblickt, was man erlebt und was einen geprägt hat, tut man das mit einer Klarheit und im zeitlichen Abstand mit einem ganz anderen Verständnis für das Geschehene, das man, als es geschah noch nicht hatte. In meinem Alter ist man Zeitzeuge von Ereignissen, die viele Menschen nicht erlebt haben, weil sie zu der Zeit noch gar nicht auf der Welt waren. Das betrifft vor allem die Nachkriegsgeborenen, die keine Ahnung von gewalttätigen, rassistischen Auseinandersetzungen und kriegerischen Zerstörungen haben und in beiden Teilen unseres, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs geteilten Heimatlandes und nach dessen Wiedervereinigung in Frieden leben und aufwachsen konnten. Umso wichtiger finde ich ist es, die Kenntnisse über Vergangenes niederzuschreiben und auf diese Weise festzuhalten für diejenigen, die nach uns gekommen sind und noch kommen werden.

Kleines Tagebuch und Reiseberichte

Ich habe in der Schule immer gerne Aufsätze geschrieben. Und Zeichnen gehörte zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Von den Oberschuljahren an schrieb ich Tagebücher. Zunächst in winziger Schrift in kleine Taschenbuchkalender, dann später in größere Skizzenbücher. So kam es, dass ich bei allen Reisen, vor allem während meines späteren Arbeitslebens und danach auch privat in Afrika und vielen anderen Ländern tagebuchartige Berichte mit Zeichnungen geschrieben habe, außer den seitenlangen Briefen an meine Familie und Freunde. Als ich endgültig im Ruhestand war, fing ich mit Schreiben erst richtig an. Viele meiner Leserbriefe, die ich an verschiedene Zeitungen geschickt habe sowie Artikel für Fachzeitschriften wurden veröffentlicht. Und auch meine ersten beiden Namibia Bücher wurden herausgegeben. Auch Fachliches über Baukonstruktion in Entwicklungsländern ist erschienen. Vieles davon kann auf meiner Webseite eingesehen und teilweise auch heruntergeladen werden.

Dienstreisebericht aus Kenia

Heutzutage verbringe ich meine Tage zum großen Teil schreibend am Computer. Dann sind meine Gedanken, vor allem beim Erinnern an das, was war, ganz wo anders. Und die Schmerzen, die man als alter Mensch immer irgendwo hat, schlafen ein. Damit mein Blog nicht gänzlich einschläft, habe ich ihn heute mit zwei Ergebnissen aus meiner „Schreibwerkstatt“ aufgeweckt. Ich stelle in zwei Blogs meine beiden letzten Bücher über Namibia und Ghana vor. Dabei ist auch ein Umschlag mit 15 Skizzenpostkarten aus Namibia. Denn ich hatte das große Glück für deren Herausgabe einen hervorragenden Verlag zu finden, der sich mit seinem Programm der Literatur über ferne Welten widmet, die informiert und unterhält – http://www.palmato-publishing.com-. Ein Schwerpunkt ist dabei Afrika und zunächst vorwiegend Namibia im Südwesten des Kontinents. Mit meinem Buch „Herzensheimat Ghana“ geht es zum ersten Mal in eine andere Region, nach Westafrika.

Beim Skizzieren in der Canyon Lodge in Namibia

Hannah Schreckenbach, 27. Oktober 2018

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