Felsmalereien in Domboshawa und am Macilwain See

Domboshawa ist ein sogenannter „Walrücken“, ein riesiger Felsbuckel aus Granit, auch „kopje“ genannt, der sich etwa 30 km nördlich von Harare aus dem zentralen Hochplateau erhebt.

Domboshawa im Mashonaland, 10.2.1985

Domboshawa im Mashonaland, 10.2.1985

Er setzt sich aus mehreren Teilen zusammen. Auf dem größten befindet sich auch ein bekannter und oft fotografierter „balancing rock“. Ähnliche, fast nur auf einem Punkt ruhende „Felsskulpturen“ gibt es in Epworth bei Harare und in den Matopos Bergen. Ich kenne sie außerdem aus dem Erongo Gebirge in Namibia. Sie sind typisch für die Granit Erosion. Zu Domboshawa gehören auch die Felsschluchten von Makundi, in denen man auch noch einige Felsmalereien, wenn auch schon sehr stark verwittert finden konnte. Der Name „Domboshawa“ setzt sich zusammen aus den beiden Shona Wörtern „dombo“ für „großer Stein“ (oder Fels) und „shawa für „rot“. Die Granitfelsen erscheinen in der Tat rötlich, allerdings gemischt mit einem kräftigen Gelb, das von den die großen Steinflächen häufig überziehenden Flechten herrührt.

Das Laufen und Klettern durch und über die Granit Felsen war sehr anstrengend, vor allem, wenn man dabei immer mal wieder von wolkenbruchartigen Regenfällen überrascht wird, wie das bei meinen Besuchen 1985 und 1987 der Fall war. Die meisten Malereien waren in Grotten zu sehen, darunter einige sehr alte, deren Alter mit 6000 Jahren angegeben wurde, was ich leider nicht nachprüfen konnte.

Manche konnte man auch an den unteren Abrundungen von großen Felsformationen finden. Es gibt zwischen den Granit Felsen viele endemische Pflanzen, die nur hier wachsen. Um Domboshawa herum befindet sich dicht besiedeltes Land, das intensiv landwirtschaftlich genutzt wird.

Der sehr fischreiche Macilwain See liegt etwa 37 km südwestlich Harare und ist der viert größte Stausee in Zimbabwe. Er entstand 1952 zusammen mit dem Hunyanipoort Damm und wird gebildet vom Hunyani Fluss. Das riesige Reservoir garantierte die Wasserversorgung für die Hauptstadt des Landes und wurde zu einem beliebten Ausflugsziel für Angler und Naturliebhaber. Nach der Unabhängigkeit von Zimbabwe 1980 wurde der See umbenannt in „Lake Chivero“. 1952 hatte Harare 400.000 Einwohner. Es besaß auch ein bestens funktionierendes Abwassersystem. Heute hat die Stadt 1,6 Bewohner. Und heute kann man die Situation des Stausees als kritisch bezeichnen.

In den frühen Achtzigern des vergangenen Jahrhunderts brachte eine länger anhaltende Dürre dem See weniger Zulauf. Man reagierte damals sehr schnell auf eine drohende Umweltverschmutzung durch eingeleitetes unbehandeltes Abwasser.

Ich besuchte den Stausee ein paar Mal, zuletzt in 1987, als eine sehr gute Regenzeit wieder für viel Wasser im See gesorgt hat. Muzz, der Mann meiner Freundin  Eike, zeigte mir die Felsmalereien am „Bushman’s Point“. Leider waren diese auch bereits teilweise vandalisiert. Dennoch war dieser Ort für mich damals ein Naturparadies. Man kann den Zimbabwern nur wünschen, dass es eines Tages wieder so werden wird, wie ich es erleben konnte.

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