Dienstreise nach Ghana Oktober/November 1988

Zweck der Dienstreise nach Ghana waren Projektbesuche zur Inspektion verschiedener von GATE/GTZ unterstützer Vorhaben. Die Reisen zu den Imkern nach Boabeng-Fiema, dem in der Zwischenzeit streng geschützten Affen Heiligtum zum Erhalt einer besonderen Population von Colobus und Mona Affen sind in der Rubrik „Afrika Sammelsurium“ beschrieben. Das mit Hilfe von Mitteln der GTZ-Eigenmaßnahmen finanzierte Projekt hatte als Projektpartner das Technology Consulting Centre (TCC) der Universität in Kumasi und als Empfänger die Beekeeping Association von Boabeng-Fiema. Ebenfalls mit Eigenmaßnahmemitteln finanziert wurde eine in der Werkstatt für Landmaschinenbau der Faculty of Agriculture von der Universität in Kumasi hergestellte Kugelmühle, in der Glasscherben aller Art für die Glasperlenproduktion in Dabaah gemahlen werden können.

Reiseablauf: 

22. Oktober, Samstag: Vormittags um 10 Uhr 35 mit Verspätung nach Zürich geflogen, dort aber mit der Swiss Air den Anschlussflug über Genf und Abidjan nach Accra erreicht. Um 20 Uhr 30 Ortszeit in Accra angekommen, wo mich Freundin M. und ihr Mann abgeholt haben. Ich bin wieder bei ihnen untergekommen.

23. Oktober, Sonntag: Den ganzen Tag gemeinsam zur Prampram Küste. Herrlicher Ausruhtag zum Anfang einer anstrengenden Dienstreise.

Küste bei Prampram

Küste bei Prampram

24. Oktober: Mit M. morgens ins GTZ-Büro, alle Termine und Besuche absprechen und vereinbaren. Dann zuerst zur deutschen Botschaft zu Gesprächen und Treffen mit dem Botschafter. Danach endlich wieder mal Fufu zum Mittagessen im „Afrikiko“ zusammen mit M. Nachmittags zum Dept. of Rural Housing & Cottage Industries vom Erziehungsministerium, dort mit Vertretern der ILO getroffen.

25. Oktober: Vormittags Gesprächsnotizen geschrieben. Nachmittags mit Dr. Powell getroffen, der inzwischen nicht nur das TCC in Kumasi, sondern auch GRATIS leitet, den Ghana Regional Appropriate Technology Industrial Service. Mit ihm dann zur ITTU (Intermediate Technology Transfer Unit) in Tema gefahren und dort alle Werkstätten besichtigt.

26. Oktober: Leihwagen (mit Fahrer) gemietet und nach Kumasi gefahren. Dort im Gästehaus des Vice Chancellors auf dem Campus untergekommen. Nachmittags zum „Building and Road Research Institute (BRRI)“ zum Treffen mit einem guten, alten Bekannten, dem leider schon verstorbenen Dr. Hammond sowie mit weiteren BRRI-Mitarbeitern. Danach zum TCC zu Gesprächen. Dann zur Faculty of Environmental and Development Studies und Dept. of Housing Research & Development Group zum Treffen mit der Dekanin, einer ehemaligen Kollegin in der Architekturfakultät.

Musterhäuser des Building and Road Research (BRRI) Institutes der UST, 1988

Musterhäuser des Building and Road Research Institutes (BRRI) der UST, 1988

27. Oktober: Inspektion der in gebrannten Ziegeln gebauten Musterhäuser vom BRRI im Rahmen der Aktivitäten des Internationalen Jahres des Selbsthilfe im Wohnungsbau (IYSH 87). Danach zu Gesprächen in der Faculty of Civil Engineering und zum Besuch der Architekturfakultät und Treffen mit meinen alten Kollegen dort. Danach weitere Gespräche im TCC. mit dem Leiter der „Apicultural Unit (APU)“. Nach dem Mittagessen im Staff Club Besuch der ITTU in Suame.

BRRI Testhäuser von UST, Kumasi im Ziegelbau

BRRI Testhäuser im Ziegelbau auf dem UST Campus in Kumasi

28. Oktober: Nach dem Frühstück Abfahrt nach Boabeng-Fiema über Offinso und Techiman. Teilweise sehr schlechte Straße. Gegen 12 Uhr Ankunft in Boabeng, bei einem der Imker untergekommen. Nachmittags langer Spaziergang durch das Schutzgebiet. Abends Fufu, danach Gespräche mit den Imkern beider Dörfer.

29. Oktober, Samstag: Frühmorgens Geburt des 9. Kindes unseres Gastgebers. Das Baby, ein Mädchen wurde getauft auf den Namen „Ama Hannah Martha“ zu meinen Ehren. Ich war sehr gerührt. Um 9 Uhr 30 Besprechung mit allen Imkern, den Dorfältesten der beiden Dörfer Boabeng und Fiema, den Fetisch Priestern und Mitgliedern der Town Development Committees. Diskussion über den Projektstand und die noch durchzuführenden Aktivitäten. Danach Gang durch den Wald und Besichtigung der Bienenkörbe. Nur wenige Kapuzineraffen gesehen. Es wurde bestätigt, dass Mitglieder der sogenannten „spiritual churches“ nach wie vor Affen töten würden, obwohl dieselben unter Schutz stehen. Abends wurde ein Schaf geschlachtet und mit Fufu verspeist. Viel Affengeschrei in der Nacht. Man sagte uns, dass „die Affen weinen“. Warum, haben wir leider nicht in Erfahrung bringen können.

30. Oktober, Sonntag: Am frühen Morgen Rückfahrt nach Kumasi. Halt in einem typischen Ashanti-Dorf, wo noch Goldgewichte im Gelbguss (im verlorenen Wachsprozess) hergestellt werden. Nach Ankunft den Leihwagen zurückgeschickt nach Accra. Im Gästehaus ausgeruht und abends mit Dr. Powell und Mitarbeitern vom Landmaschinenbau der Faculty of Agriculture getroffen.

ashanti goldgewichte, gelbguss

Ashanti Goldgewichte, Gelbguss

31. Oktober: Fahrt mit Dr. Powell nach Tamale. Die Straße war fast durchweg in gutem Zustand. Hinter Kintampo begann der Harmattan. Die Luftfeuchtigkeit wurde sehr niedrig. Mittags Ankunft in Tamale, im Catering Resthouse untergekommen. Nachmittags bei ITTU-Tamale Gespräche mit dem Acting Director und anschließend Besichtigung der Werkstätten. Heiß, aber trocken und recht staubig.

01. November: Beim ITTU Werkstättenbesichtigung fortgesetzt bis mittags. Danach Besuch der Asamachina Frauenselbsthilfegruppe. Beim Baumwollspinnen zugesehen. Höflichkeitsbesuch beim Regional Secretary. Im ITTU dann Besprechung über die Durchführung einer Operationsplanung der GATE/GTZ-GRATIS/ITTU-Kooperation (ZOPP IV) im Jahr 1989.

Frau beim Spinnen

Frau beim Spinnen

02. November: Besuch verschiedener Imker und Inspektion von Bienenkörben in der näheren Umgebung von Tamale. Besuch im „Agricultural Development Project“, das von der GTZ unterstützt wird. Gespräch mit dem GTZ-Projektleiter. Nachmittags abschließende Besprechung im ITTU-Tamale.

03. November: Um 6 Uhr 30 Rückfahrt mit Dr. Powell nach Kumasi, Ankunft dort gegen 12 Uhr mittags, Leihwagen besorgt und weitergefahren bis nach Accra, dort im GTZ-Gästehaus am späten Nahcmittag angekommen. Abends mit Architekten, die ich von meinen Ghana Jahren her kannte getroffen und zum „indischen“ Abendessen.

04. November: Den ganzen Tag Bericht geschrieben über alle besuchten Vorhaben, sowie Gesprächsnotizen aller Besprechungen.

05. November, Samstag: Um 7 Uhr Abfahrt mit M. in Begleitung von ihrem Mann nach Tarkwa, mit Picknick unterwegs in Elmina. Nachmittags Inspektion einer GATE-Kleinmaßnahme in Samrahu und Gespräch mit der Koordinatorin vom TWIGA-Projekt. Im Nsuta Gästehaus (von der Manganmine) untergebracht. Sehr schlechte Straße bis dahin!

06. November, Sonntag: Vormittags mit einem deutschen Professor, Berater im Bergbau, in Tarkwa getroffen und in den Regenwald gefahren. Viel originalen Regenwald gibt es in Ghana nicht mehr nach dem „Raubfällen“ in den Siebziger Jahren, dem die zig Jahre alten Urwaldriesen zum Opfer gefallen sind. Nachmittags Besprechung mit den Zuständigen für die Durchführung der Kleinmaßnahme „Improved beekeeping in the Tarkwa-District“ und Inspektion von Bienenkörben.

07. November: M. und ihr Mann fahren allein zurück nach Accra. Der deutsche Professor holt mich ab zur Fahrt nach Agona-Wassa (Kleinmaßnahme für TWIGA) und zum Treffen mit den dort Zuständigen für das Vorhaben. Danach noch Gespräche mit beiden im TWIGA Büro. Rückfahrt nach Nsuta nicht möglich, die Straße war nach einem Unfall blockiert. Beim Professor in Tarkwa auf einem Campbett geschlafen.

08. November: Mit dem Fahrer vom Professsor morgens bis zur Unfallstelle auf der Straße nach Nsuta gefahren, von da mit einem Taxi bis nach Nsuta zum Gästehaus, dort gefrühstückt, gewaschen, gepackt und ausgeruht. Um 11 Uhr 45 werde ich vom Professor abgeholt und nach Accra gebracht. Er hat dort zu tun. Unterwegs wieder Picknick in Elmina.

09. November: Im GTZ Büro Gespräch mit dem Direktor von PIEGIE Construction, Hersteller von FCR-Dachziegeln. Danach ins Castle zum Treffen mit Valerie S., um mit ihr über das Problem mit dem Töten der Affen im Boabeng Sanctuary zu sprechen. Nachmittags Bericht weiterschreiben.

Wer sein Auto liebt, der schiebt - Halleluja

Wer sein Auto liebt, der schiebt – Halleluja

10. November: Erst zum GTZ Büro, danach Abschlussgespräch mit dem deutschen Botschafter. Besuch von PIEGIE Construction und verschiedenen Baustellen mit FCR-Dächern. Mittags Fufu im Afrikiko. Nachmittags Gespräche im Erziehungsministerium und beim DED.

PIEGIE Construction, Musterhaus in Accra mit FCR Dachziegeln,10.11.

PIEGIE Construction, Musterhaus in Accra mit FCR Dachziegeln,10.11.

11. November: Abschlussbesprechung bei GRATIS mit Dr. Powell und letzter Besuch im ITTU-Tema. Packen. Abends Abflug mit Swiss Air über Lagos, Zürich nach Frankfurt, Ankunft dort um 6 Uhr morgens am 12.11.  Ortszeit.

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