Felsskulpturen in Zimbabwe – Epworth

Etwa 12 km vom Stadtzentrum der Hauptstadt Harare liegt Epworth, ein Stadtteil mit sehr hoher Bevölkerungsdichte. Ein kleiner Fluss teilt das Gebiet in zwei Teile. Im nördlichen Teil befinden sich die sogenannten „balancing rocks“, durch Erosion geformte riesige Felsskulpturen und Granitkopjes (abgerundete Hügel aus Granit). Man kann die Felsskulpturen von Harare aus schnell erreichen. Sie sind auch dadurch weit über die Grenzen von Zimbabwe aus bekannt geworden, weil sie auf der Zimbabwe Währung bald nach der Unabhängigkeit des Landes verewigt wurden.

Zimbabwe 2-Dollarnote, Vorderseite, 1983

Zimbabwe 2-Dollarnote, Vorderseite, 1983

Eine methodistische Mission Station mit Farm zur Eigenversorgung wurde 1890 hier etabliert. Die Bevölkerungszahl der nahen Hauptstadt des Landes ist seither stetig angestiegen und in Verbindung damit auch die „Begleiterscheinungen“ des unkontrollierten Zuzugs: Unzureichende Wasserversorgung, kaum sanitäre Entsorgung und keine Müllabfuhr. Elektrizität gab es nur in den sogenannten Service Zentren, in Schulen, Verwaltungsbüros und Kliniken. Die meisten Bewohner der Stadtrandgebiete und illegalen Siedlungen betätigten sich zur Zeit meines ersten Besuches im informellen Sektor, um Einkommen schöpfen zu können.

Ich bin während meiner Dienstreise nach Zimbabwe 1984 zum ersten Mal allein nach Epworth gefahren mit einem geliehenen Auto und habe einige wunderschöne Stunden dort verbracht. Die geomorphologischen Felsformationen der „balancing rocks“ (balancierende Felsen) sind entstanden, als in die Erdkruste eingedrungener uralter Granit der Witterung an der Erdoberfläche ausgesetzt war. Weicheres Felsgestein um den Granit herum erodierte und bildete aufeinandergehäufte Kugeln, Platten und Skulpturen unterschiedlichster Formen auf dem Granituntergrund, auch „Kopjes“ genannt. Die gleiche Art der Graniterosion kenne ich aus Namibia, wo sie besonders in den Erongo Bergen auftritt.

1984 konnte man noch ganz allein durch das ehemalige Missionsgelände wandern und jede einzelne Felsformation bewundern. Heutzutage ist das sehr gefährlich und kann keinem Besucher mehr empfohlen werden. Das ehemals sauber gehaltene und gut gepflegte Gebiet ist vermüllt und wird als „Außentoilette“ benutzt. Schon bei meinem letzten Besuch in Epworth 1990 konnte ich das feststellen und war über die sich abzeichnenden Veränderungen sehr traurig. Die Menschen in Epworth gehören heute zu den am meisten benachteiligten und zu den ärmsten in Harare.

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