1996: Santorini

Santorini vom 10. Juni bis 1. Juli 1996 zusammen mit meiner Nichte

Unser Abflug zur faszinierenden Insel Santorini in der Mitte der Kykladen am 10. Juni vom Frankfurter Flughafen war pünktlich um 18 Uhr abends. Über Südeuropa gab es mächtige Gewittertürme und eine ganz schöne Durchrüttelei im Flieger. Wir landeten im Flughafen Monolithos an der Ostküste, auf dem größten Inselteil Thira von Santorini bei herrlichem Wetter gegen 22 Uhr Ortszeit. Der TUI-Bus brachte uns zu unserem in Perissa gebuchten Hotel Kouros. Wir bezogen dort ein sehr schönes 2-Zimmer-Appartement und packten nur noch aus, richteten uns ein und genossen einen „Begrüßungsdrink“ am Schwimmbad, dann sanken wir erschöpft in unsere Betten. Ich möchte den Reisebericht wieder in Tagebuchform verfassen.

Die Kykladen Insel Santorini

Die Kykladen Insel Santorini

11. Juni: Nach dem Frühstück unternahmen wir eine erste Erkundigungswanderung bis zum nicht weit vom Hotel entfernten Strand, der aus schwarzbraunem Lavasand besteht, danach bis zum kleinen Hafen von Perissa und in die Stadt zum Geld umtauschen und um kleine Einkäufe zu tätigen. Perissa liegt an der Südostküste der Insel unterhalb vom Profitis Elias, dem mit 567 m höchsten Berg der Insel. Am Strand von Perissa haben wir in einer kleinen Taverne Mittag gegessen und danach im Hotel Siesta gehalten. Nachmittags trafen wir uns mit einer TUI-Vertreterin, die uns über Santorini informierte, über Ausflugsmöglichkeiten in die Umgebung und andere Dinge wie Mieten von einem Leihwagen, Fahrpläne für die lokalen Buslinien, Post, Apotheken, Ärzte usw. Den Rest des Tages verbrachten wir am Meer. Am Strand haben wir dann in der gleichen Taverne wie mittags auch Abendbrot gegessen. Den ganzen Tag über hatten wir schönstes Sommerwetter, einen wolkenlosen Himmel und ein klares, tiefblaues Meer. Das Wasser war noch etwas „frisch“, aber selbst ich habe mich darin wohlgefühlt.

12. Juni: Nach dem Frühstück sind wir mit einem der Inselbusse nach Thira, der Inselhauptstadt hochgefahren, die direkt am Kraterrand der riesigen Caldera von Santorini liegt. Santorin (deutsche Schreibweise) ist eine Inselgruppe, die aus den ringförmig angeordneten Inseln Thira, Thirasia und Aspronisi besteht. Diese bilden den Rand der vom Meer überfluteten Caldera, in deren Mitte sich die beiden Vulkaninseln Palea Kameni und Neo Kameni (ein noch aktiver Vulkan) befinden. Etwa 70 % der Inselfläche ist von teilweise massiven Bimssteinschichten in unterschiedlichen Farben bedeckt. Die heutige Caldera ist vor ca. 3.600 Jahren durch die Minoische Eruption entstanden. Der Durchmesser des ganzen Archipels ist ca. 16 km. Die Caldera Wände auf der Thira Seite sind zwischen 150 und 350 m hoch. Von der höchsten Stelle auf dieser Seite hat man einen überwältigenden Blick in die Runde.

Blick auf die Hauptstadt Thira-12.6.1996

Blick auf die Hauptstadt Thira-12.6.1996

Wir wanderten durch die kleine Stadt Thira und den Abstieg (oder Aufstieg, je nachdem) hinunter bis zur Anlegestelle für Schiffe (über 500 Stufen) durch jede Menge „Eselsäpfel“; denn die Besucher, die per Schiff ankommen, werden auf „Mulis“ nach Thira hoch und runter verfrachtet. Der große Fähr- und Kreuzschiffhafen Athinios liegt südlich von Thira. Man kann allerdings auch mit der modernen Seilbahn in den Ort hochfahren, die vom Thira-Hafen aus startet. Wir fuhren damit zurück „nach oben“. Welche Ausblicke von überall! Danach bummelten wir noch bis zum nördlich von Thira gelegenen Ort Firostefani und haben uns dort gleich unseren nächsten gebuchten Aufenthaltsort für die letzte Santorini-Woche im „Homeric Poems“ angesehen, einem kleinen Hotel am Kraterrand. Es ist abenteuerlich, wie die terrassierten Häuser am Caldera Rand förmlich „angeklebt“ sind. In einer Taverne „mit Ausblick“ gab es einen leichten Mittagsimbiss. Dann ging es wieder per Bus zurück nach Perissa. Bis zum Abend waren wir dort am Meer, einschließlich zum Abendessen. Mit einem griechischen Wein auf der Terrasse vor unserem Appartement beendeten wir diesen erlebnisreichen Tag.

13. Juni: Am Vormittag sind wir mit einem Bus bis nach Emborio gefahren. Das ist eine von den Venezianern errichtete, befestigte Siedlung, in der die Feudalherren in turmähnlichen „Goulades“ lebten, die als Turmburgen dienten und auch als Lager für landwirtschaftliche Erzeugnisse. In Emborio befindet sich die Ruine einer solchen großen Burg.

Ich habe skizziert und fotografiert. Das Stadtbild ist immer noch geprägt von venezianischer Architektur mit einigen wunderschönen kleinen Häusern, engen Gassen, vielen Treppen und lauter kleinen Bilderbuchecken. Überall sorgten die blühenden Bougainvilleas und Geranien mit dem sich darüber wölbenden blauen Himmel für die typischen griechischen Sommerfarben.

Von Emborio sind wir bis nach Perissa zurückgelaufen, teilweise am Meer entlang. Das war eine sehr anstrengende Wanderung. Mittagessen gab es wieder in der kleinen Taverne am Strand (wir haben mit dieser Taverne schon unseren „Favoriten“ gefunden und kehren meist nur hier ein) und danach eine lange Siesta. Nachmittags Baden. Abendessen wieder in der Taverne am Strand. Das Wetter war den ganzen Tag über schön mit nur etwas Wind.

14. Juni: Nach dem Frühstück sind wir mit einem kleinen Boot vom Hafen in Perissa bis nach Kamari getuckert, das sozusagen „um die Ecke“ nördlich von Perissa gelegen ist.

Um die Ecke nach Kamari, 14.6.1996

Um die Ecke nach Kamari, 14.6.1996

Kamari ist eine „Touristenhochburg“ (für Pauschaltouristen) mit überfüllter Stadt und rappelvollem Strand. Es ist alles laut und eng – nichts für uns. Perissa hingegen ist (noch) für Individualtouristen geeignet. Wir fuhren mit dem Bus über Thira dorthin zurück, weil auch ein ziemlich starker Wind aufkam. Mittagessen hatten wir in unserer Taverne am Strand, danach Siesta, mit späterem Baden und Abendessen an gleicher Stelle. Zum Tagesabschluss gönnten wir uns ein Glas Wein auf der Terrasse vor unserem Appartement.

15. Juni: Fahrt nach Akrotiri mit dem Bus. Der öffentliche Nahverkehr auf der Insel ist mit einer großen Busflotte sehr preisgünstig, und die Busse sind meistens pünktlich. Man kommt gut klar mit den Fahrplänen und Fahrzeiten an den Haltestellen. Akrotiri ist eine berühmte Ausgrabungsstätte am Südzipfel von Thira. Erste Ausgrabungen der Stadt, die vom minoischen Vulkanausbruch zerstört wurde, begannen schon gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts. Ab 1967 wurden sie vom griechischen Archäologen Marinatos gezielt geplant. Die Blütezeit der alten Stadt Akrotiri war geprägt von der Kykladen Kultur mit starkem minoischem Einfluss. Unter der riesigen Lavaschicht der minoischen Eruption wurden ihre Häuser mit den herausragenden Fresken exzellent erhalten für die Nachwelt und erlauben einen Einblick in die Sozial-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte der Bronzezeit in der Ägäis.

Wir haben uns die Ausgrabungen und Ausstellungen angesehen und dabei eine Idee erhalten davon, wie es ausgesehen hat auf der alten Insel Santorini vor der Riesenkatastrophe, die der minoische Vulkanausbruch über die Insel gebracht hat und dabei deren heutige Form schuf. Leider durften wir die schönen Fresken nicht fotografieren. Oberhalb der Ausgrabungsstätte liegt das Dorf Akrotiri mit der Ruine einer venezianischen Burganlage. Von Akrotiri aus sind wir zur unterhalb vom Dorf liegenden „Roten Bucht“ an der Südküste der Insel gelaufen. Dort gibt es ein wunderschönes vulkanisches Farbspiel aus unterschiedlichen Lavaarten zu bewundern. Durch den auffrischenden Wind war das Baden in den kleinen Buchten dort allerdings nicht angenehm. Wir fuhren am frühen Nachmittag mit dem Bus zurück nach Perissa und haben den Tag ausklingen lassen in „unserer“ Taverne am Strand. Nachts kam sehr starker Wind auf, und es wurde recht kühl.

16. Juni: Sonntag: Es war windig, kühl und bewölkt. Wir legten einen Schreibtag ein und haben uns mit der TUI-Vertreterin getroffen. Ich habe einen Leihwagen für uns bestellt. Außerdem haben wir die sogenannte „Caldera Tour“ per Schiff gebucht. Am Perissa Strand war es relativ windstill. Dort verbrachten wir den restlichen Tag.

17. Juni: Nach dem Frühstück ging es per Bus bis nach Pyrgos, einer auf der zentralen Hochebene gelegenen interessanten kleinen und alten Stadt, in der es auch noch im venezianischen Stil gebaute Häuser und viele Kirchen gibt. Wie überhaupt die ganze Insel mit Kirchen und Kapellen übersät ist. Mit dem im tiefen Untergrund noch brodelnden Neo Kameni Vulkan braucht man wohl eine ganz enge Beziehung zu Gott, wenn man hier lebt.

Pyrgos auf Santorini, 17.6.1996

Pyrgos auf Santorini, 17.6.1996

Von Pyrgos aus wanderten wir auf einem alten Eselspfad den höchsten Berg der Insel, den Profiti Elias hinauf bis zum Kloster oben. Das beherbergt herrliche Ikonostasen, die wir uns ansehen konnten. Von dort aus kraxelten wir den steilen Abstieg bis zum „Sellada“ Sattel hinunter – so genannt nach den 22 Kehren der Sella in den Dolomiten – und besuchten die unterhalb von Mesa Vouno gelegene Kapelle Agios Katefiani. Überall waberte uns Kamillen- und Thymianduft um die Nase. Es gab atemberaubende Ausblicke von der ganzen Strecke aus auf die Ostküste und Hochebene. Nach dem Abstieg und Fußweg bis Perissa ruhten wir uns für den Rest des Tages am Strand aus von unseren bergsteigerischen Aktivitäten. Mit einer sehr netten Braunschweiger Architektenfamilie, die wir unterwegs getroffen hatten und die auch in Perissa wohnen, haben wir den Abend in unserer Taverne ausklingen lassen.

18. Juni: Ich bin heute 64 Jahre alt geworden! Und erhielt am Morgen einen wunderschönen Strauß roter Rosen von meiner Nichte. Wo hat sie den nur her organisiert?

Rosen zum Geburtstag in Perissa, 18.6.1996

Rosen zum Geburtstag in Perissa, 18.6.1996

Wir haben ab heute ein Mietauto. Allerdings ein nicht sehr vertrauenerweckendes Gefährt, einen kleinen Suzuki, der äußerlich und im Inneren ziemlich klapprig und „benutzt“ aussieht. Aber er fährt – auch bergauf. Das ist die Hauptsache! Nach dem Frühstück tuckerten wir los in Richtung Akrotiri bis zum Leuchtturm an der südwestlichen Inselspitze. Wir sahen uns heute das Dorf Akrotiri an, das auch einige schöne alte Häuser und stille Ecken hat. Beim letzten Besuch waren wir nach dem Wandern durch die ganzen Ausgrabungen und Besichtigen der Ausstellung zu müde dafür gewesen. Es wehte ein sehr starker Nordwind. An der Kraterkante war das ganz besonders zu spüren. Wir fuhren von Akrotiri hinunter bis zum großen Inselhafen Athinios. Von dort kann man den Rand der riesigen Caldera mit den dicken Lavaschichten gut sehen. Dann ging es über Pyrgos nach Exo und Mesa Gonia, zwei schöne kleine Orte auf der Hochebene mit Ausblick auf die Weinfelder um Vothonas und Messaria, die wir noch besuchen wollen.

Nach dem Mittagessen in unserer Taverne am Strand von Perissa sind wir am Spätnachmittag nach Oia gefahren, das hoch im Nordwesten der Insel Thira liegt am Caldera Rand, um dort abends den Sonnenuntergang zu erleben. Die Menschenmassen, die sich zu diesem Zwecke dort versammelten, erinnerten mich an Erlebnisse im Poseidon Tempel in Sounion, wo man vor lauter Sonnenuntergangsanbetern keinen Sonnenuntergang mehr sehen konnte. Wir ließen die Sonne ohne uns untergehen und flüchteten in eine Taverne, wo wir genüsslich unser Abendbrot verspeisten.

19. Juni: Zuerst ging es mit unserem kleinen Auto nach dem Frühstück bis nach Megalochori, einem alten, verwinkelten Ort und danach bis nach Messaria. Schon unterwegs sieht man, dass auf der Hochebene von Santorini Wein angebaut wird, nicht so wie wir es kennen in stehenden Rebenreihen, sondern in runden, ausgehöhlten Beeten. Die Reben liegen flach am Boden in der Rundung. So werden sie vom fast täglichen Tau des Nebels benetzt, der über den Kraterrand aufsteigt in den frühen Morgenstunden und erhalten so genügend Feuchtigkeit. Morgens ist es oft nebelig auf der Hochfläche von Thira. In Messaria besuchten wir das hervorragend restaurierte Haus von George Argylos, einem berühmten Weinhändler. Das Haus wurde 1888 im neoklassizistischen Stil erbaut.

Wir durchstreiften auch die alte Kleinstadt mit weiteren, im venezianischen Stil gebauten schönen Häusern. Hinterher fuhren wir bis nach Kamari und dann die 22 Kehren hoch bis zum Mesa Vouno Berg (369 m hoch) zu den Ausgrabungen von Alt Thera. Von dort aus ging es dann zurück nach Perissa an den Strand und zum Abendessen in unserer Taverne. Das Wetter war den ganzen Tag über lang leicht windig mit viel Sonnenschein und klarem Meerwasser. Nachmittags hatten wir eine sehr gute Fernsicht.

20. Juni: Nach dem Frühstück fuhren wir nach Vothonas und Exo Gonia. Dort und in der Umgebung haben wir viele der kleinen Kirchen, die überall auf der Hochfläche stehen besucht. Dann sind wir nach Oia gefahren bis zum Ameni Hafen der Stadt in der Ameni Bucht am Kraterrand. Man kommt sich vor wie eine Ameise, wenn man die Caldera Wand hochschaut von unten. Über kleine Küstenstraßen mit vielen herrlichen Ausblicken ging es danach entlang der Nord- und Ostküste von Thira bis zur Stadt Thira hoch. Dort haben wir am frühen Nachmittag eine höchst interessante Führung durch die Weinkelterei und Weinhandlung von Santos mitgemacht. Dann sind wir zum Strand von Perissa gefahren, wo wir später auch unser Abendbrot hatten. Den ganzen Tag über war es schön und kaum Wind. Es war herrliches Badewetter!

21. Juni: Nach dem Frühstück habe ich unser Leihauto zurückgebracht. Dann sind wir mit dem Inselbus nach Pyrgos zur Post und zum Fotografieren gefahren. Wir erlebten dabei den Morgennebel auf Santorini zum ersten Mal. Nach der Rückkehr haben wir uns in Perissa beim Bäcker frische Käse- und Spinatteigtaschen geholt zum Mittagessen und dann den Rest des Tages am Strand verbracht. Abendessen gab es wieder in unserer Taverne am Strand. Es war ein heißer Tag gewesen mit nur wenig Wind.

22. Juni: Es wurde auch an diesem Tag sehr heiß. Wir haben einen totalen Bummeltag eingelegt, vormittags Postkarten und Briefe geschrieben, ab mittags am Strand – Sonnen und Baden, Abendbrot in unserer Taverne und einen Ouzo zum Tagesabschluss auf der Terrasse vor unserem Appartement.

23. Juni: Heute war der Tag der Gran Caldera Tour. Wir wurden am vereinbarten Treffpunkt in Perissa mit einem TUI Bus abgeholt, der uns bis zum Hafen nach Athinios brachte. Dort schifften wir uns auf einem ehemaligen kleinen 2-Master Segelschiff ein.

Die Caldera Tour, unser Schiff, 23.6.1996

Die Caldera Tour, unser Schiff, 23.6.1996

Wir waren nur eine kleine Gruppe. Zunächst ging die Fahrt durch die Balos Bucht unterhalb von Akrotiri bis zum Kap Aspronisi und zur Palea Kameni Insel, dem erloschenen Vulkan in der Caldera, die von hier aus gesehen vor der großen Insel des Neo Kameni Vulkans liegt. Von Palea Kameni fuhren wir dann hinüber bis zur Insel Thirasia an der Westseite von Santorini.

In der Nikolaos Bucht legten wir an und wurden auf Esel “umgeladen“, die uns nach Manolas, dem größten Ort der Insel hochbrachten. Dort wanderten wir durch die Ansiedlung und ein wenig in deren Umgebung umher und aßen in einer Taverne zu Mittag. Mit Eseln ging es danach wieder den steilen Weg bergab.

Wir fuhren dann mit unserem Schiff vorbei am Kap Simandiri von Thirasia und in einer großen Runde an den Buchten Ammouthi und Ameni mit der Ag. Nikolaos Kapelle unterhalb von Oia auf der Insel Thira vorüber und quer über die Caldera bis zur Vulkaninsel Neo Kameni mit dem gleichnamigen, noch aktiven Vulkan. Die vom letzten Ausbruch des Vulkans erkalteten „Lavaskulpturen“ in rot, braun und schwarz am Rande der Insel sind zwar wunderschön anzusehen, aber für mich erschreckend, wenn ich mir vorstelle, wie diese riesigen Brocken bei der Eruption glutrot durch die Luft geflogen sind. An der Insel legten wir an und stiegen bis zum Kraterrand hinauf. Der erloschene Palea Kameni erhebt sich dahinter. Der Blick in den Krater des Neo Kameni war überwältigend. Aus Fumarolen an den Kraterwänden entsteigt heißer Schwefelrauch. Die Ränder der heißen Öffnungen zeigen ein fantastisches Farbspiel in den verschiedensten Gelbtönen. Es stinkt nach faulen Eiern. Was sich da im Inneren der Erde wohl abspielen mag? Hier befindet sich wahrlich eine tickende Zeitbombe. Als wir zurückgefahren waren, quoll der Hafen von Athinios über mit Schiffen und Reisebussen (3 große Fähren und 30 Busse). Es war ein heißer Tag gewesen (nicht nur auf dem Vulkan) und wolkenlos. Der Himmel war knallblau! Erschöpft und voller unvergesslicher Eindrücke ging es zurück vom Hafen nach Perissa.

24. Juni: Das war zunächst unser Umzugstag von Perissa nach Firostefani ins Homeric Poems Hotel am Kraterrand. Nach dem Frühstück hieß es daher Packen, Rechnungen bezahlen, Taxi bestellen, das uns ins „Homeric Poems“ hochbrachte, wo wir gegen Mittag eincheckten. Jede von uns hatte ein eigenes kleines Zimmer in einem schönen Studio (so nennen die Griechen eine kleine Ferienwohnung) mit Balkon und Blick auf die Caldera mit den beiden Vulkaninseln darin.

Wir wanderten nach Thira zum Einkaufen. Das Mittagessen gestalteten wir uns selbst mit Obst auf dem Balkon vor unserem Studio mit herrlicher Aussicht. Es war hier mit fast 40°C sehr heiß, daher gab es eine lange Siesta bis in den Nachmittag hinein. Viel wollten wir danach auch nicht mehr unternehmen, nur einen gemütlichen Spaziergang in Richtung Imerovigli, einem weiteren Ort nördlich von Firostefani voller vieler weißer Zuckerwürfelhäuser und Kirchen und zurück bis nach Thira zum Abendessen in einer Taverne am Kraterrand.

Die Sonne geht unter, 24.6.

Die Sonne geht unter, 24.6.

25. Juni: Wir haben gemütlich auf dem Balkon gefrühstückt. Da es wieder sehr heiß wurde (es war in der Tat der heißeste Tag unseres Urlaubs mit fast 45°C!), sind wir sehr langsam bis nach Thira hin und her gebummelt und haben uns den Rest des Tages unter einem Sonnenschirm an unserem Hotelpool ausgeruht. Gegen Abend kam ein sehr starker Nordwestwind auf. In Firostefani bin ich vorher noch zum Fotografieren gewesen. Der Wind brachte später endlich Abkühlung, danach konnten wir in der Nacht gut schlafen.

26. Juni: Nach dem Frühstück sind wir mit einem Inselbus nach Messaria gefahren. Dort wollte ich eigentlich skizzieren. Meine Nichte ist weitergefahren bis nach Perissa zum Strand. Ich konnte aber nirgendwo Schatten finden, die Dorfköter haben mich laufend angekläfft, die Menschen waren unerträglich neugierig, also gab ich weiteres Zeichnen auf und beschloss auch nach Perissa zu fahren zum Strand.

Vorher habe ich uns noch beim Bäcker frische, mit Spinat gefüllte Teigtaschen gekauft. Es wurde ein sehr schöner fauler Badetag. Und am Strand war die Hitze auch auszuhalten, da hier eine leichte Brise wehte. Abendessen war noch in unserer Taverne am Strand. Dann sind wir mit dem Bus zurück gefahren nach Thira und bis nach Firostefani gelaufen. Auf dem Balkon vor unserem Studio (mit einer in der Tat einzigartigen Aussicht) haben wir diesen Tag mit einem Glas Wein ausklingen lassen.

27. Juni: Hier an der Caldera geht alles viel langsamer, als unten an der viel kühleren Küste. Wir sind nach unserem gemütlichen Frühstück auf dem Balkon zu Fuß bis nach Imerovigli gewandert zum Fotografieren. Von dort aus sind wir dann mit dem Bus weiter gefahren bis nach Oia, wo wir Mittagspause gemacht haben. Nachmittags ging es mit dem Bus nach Thira zurück zum Einkaufsbummel.

Auf unserem Balkon hatten wir dann unser Abendbrot mit Wein und haben noch Postkarten geschrieben. Den ganzen Tag über hatten wir sehr angenehmes Wetter, die drückende Hitze der Vortage war verschwunden. Der Wind hatte auch nachgelassen.

28. Juni: Nach dem Frühstück haben wir unsere Postkarten zur Post nach Thira gebracht und sind dann mit dem Bus nach Perissa zum Strand gefahren. Den ganzen Tag über sind wir dort geblieben, haben aber nur wenig gebadet, da die starke Dünung der vergangenen Tage zu einer Algeninvasion geführt hat. Das Seewasser war nicht mehr klar und voller Algen. Abendbrot gab es wieder in unserer Taverne am Strand. Dann ging es mit dem Bus zurück nach Thira. Von dort sind wir bis Firostefani gelaufen. Ein schöner, wolkenloser Tag mit etwas Wind ging zu Ende.

29. Juni: Nach dem Frühstück spazierten wir nach Thira zum Einkaufen und zur Post. Danach besuchten wir das Archäologische Museum. Die interessanten Ausstellungen haben uns sehr fasziniert.

Unseren Mittagsimbiss nahmen wir in einer kleinen Taverne in Thira ein und danach hielten wir Siesta in unserem Hotel. Nachmittags sind wir in Thira auch noch ins Gyisi Museum gegangen, einem alten venezianischen Haus, das um 1700 gebaut wurde. Auch dieses Museum bot eine sehr gute Ausstellung. Das Wetter war schön, und der Himmel wolkenlos.

30. Juni: Nachts wurde es über der Caldera nebelig. Der dicke Nebel stieg am frühen Morgen die Hänge hinauf und kam als Tau herunter. Dadurch wurde es am Vormittag sehr luftfeucht. Wir erlebten so ein einzigartiges Phänomen zum Abschied von Santorini!

Nach dem Frühstück sind wir mit dem Bus nach Perissa gefahren und haben den ganzen Tag am Strand verbracht. Die Algen waren weg, das Meerwasser wieder glasklar. Es war zwar heiß, aber eine sanfte Brise wehte und schenkte uns einen herrlichen sommerlichen Badetag. Vom Bäcker in Perissa holten wir uns wieder frische, gefüllte Teigtaschen zum Mittagessen am Strand. Abendessen war dann in unserer Taverne mit herzlichem Abschied vom Tavernen Wirt. Mit dem Bus sind wir nach Thira zurückgefahren und bis zu unserem Hotel in Firostefani gelaufen. Dort gab es einen Ouzo auf dem Balkon zum Abschied.

1. Juli: Es hieß früh aufstehen, Frühstücken und danach Packen. Wir ruhten uns auf der Hotelterrasse aus, bis der TUI Bus uns mittags abholte und zum Flughafen in Monolithos brachte. Dort herrschte das absolute Chaos beim Einchecken, weil die Schalter unterbesetzt und die Schlangen der Abreisenden riesig lang waren. Mehrere Flugzeuge waren zu „beladen“! Unser Abflug verspätete sich so um fast eine Stunde. Aber es wurde ein sehr schöner Flug. Wir konnten uns von den „Eincheckstrapazen“ dabei sogar etwas erholen. Gegen 17.30 deutsche Zeit kamen wir im Frankfurter Flughafen an. In Griechenland war es beim Abflug mit etwa +30°C schön warm, in Frankfurt bei der Rückkehr so um die +19°C, ein ganz schöner Unterschied! Unser herrlicher Inselurlaub war vorüber und blieb, wie auch heute beim Schreiben in unserer Erinnerung unvergesslich.

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