1994: Samos, Patmos und Lipsi

1994: Samos, Patmos und Lipsi vom 30. Mai bis 20. Juni 1994

Auch diese Reise unternahm ich wieder zusammen mit Nichte. Wir sind am frühen Morgen des 30.5. um kurz vor 5 Uhr von Frankfurt am Main direkt bis nach Samos geflogen. Es war ein recht schöner Flug „mit scharfer Kurve“ vor der atemberaubenden Landung auf dem Runway des Flughafens von Samos, der den Piloten einiges an Geschick abverlangt! Unseren Reisebericht habe ich als Tagebuch zusammengestellt:

30. Mai: Nach der Ankunft auf Samos fuhren wir mit einem Taxi vom Flughafen gleich zu Ilenis Haus in Pythagorion, das ich ja von meinem letzten Samos Besuch her kannte und wo ich uns eingebucht hatte, packten aus und frühstückten gemütlich im Delfini Hotel am Hafen.

Hotel Delfini am Hafen in Pythagorion, 30.5.

Hotel Delfini am Hafen in Pythagorion, 30.5.

Danach erledigten wir anstehende Dinge, wie Geld umtauschen, Fähre nach Patmos buchen, usw. Nachmittags sind wir zum Hafen gepilgert und haben nach einem leichten Imbiss dort am Strand in der Sonne gelegen. Bei Ileni haben wir uns auch gleich wieder für einige Tage nach der Rückkehr von Patmos eingebucht.

Abends gab es einen erneuten Hafenbummel mit Abendessen in einer der vielen Tavernen, dann Nachtruhe. Wir hatten wunderschönes Sommerwetter und die vertrauten „Griechenlanddüfte“ auch gleich in der Nase.

31. Mai: Nach dem Frühstück haben wir uns Fahrräder ausgeliehen für eine Radtour zum Heraion. Auf dem Weg dorthin haben wir uns zunächst das Logothetis Kastell und danach die Überreste des Römischen Bades außerhalb von Pythagorion angesehen. Das Putzen unserer Räder, nachdem wir in einer frisch gelegten Asphaltdecke auf einer der Straßen auf dem Rückweg beide steckengeblieben waren, dauerte über 1 Stunde und war von vielem Fluchen begleitet in einer Tankstelle, wo wir etwas Benzin und Schmierputzlappen ergatterten. Kein Warnschild hatte uns vor der „Asphaltfalle“ gewarnt!

Danach fuhren wir noch zur Badebucht von Pythagorion zum Schwimmen und lieferten dann die Räder einigermaßen sauber wieder ab. „Benzindüfte“ umgaben uns noch bis abends. In einer kleinen Taverne am Markt in der Stadt gab es Abendbrot und einen Ouzo. Nachts kam ein starker Wind auf.

1. Juni: Um 7 Uhr morgens brachte uns ein Taxi zum Hafen, wo wir auf einem nicht sehr großen Schiff bei Windstärke 7 nach Patmos gefahren sind mit sehr vielen Seekranken um uns herum. Wir beide standen an einer günstigen Stelle hinter der Brücke und beobachteten die Brecher, die übers Vorderschiff schlugen. Ein toller Anblick. Die Fahrt dauerte 2½ Stunden.

Fahrt nach Patmos, 1. Juni 1994

Fahrt nach Patmos, 1. Juni 1994

Wir hatten uns in Skala in einer kleinen Pension ein Appartement mit zwei getrennten Schlafmöglichkeiten und einer kleinen Küche ca. 600 m vom Hafen entfernt gebucht. Unsere Wirtin holte uns vom Hafen ab. Unsere kleine Wohnung hat uns sofort sehr gut gefallen. Außerdem werden wir von einem Schäferhund mit dem schönen Namen „Kaiser“ bewacht, der sich gleich mit uns anfreundete und uns jeden Tag freundlichst begrüßte. Wir gehörten sozusagen zur Familie, auf die er aufpasste.

Inselkarte von Patmos

Inselkarte von Patmos

Nach dem Auspacken unternahmen wir unseren ersten Rundgang zum Hafen von Skala, zur Bank und für einen kleinen Imbiss in einer Taverne. Danach gab es die uns nun auch schon heilige Siesta. Gegen Spätnachmittag ging es per Taxi nach Chora hoch und zum Wiedersehen mit Vagelis und Abendessen in seiner Taverne mit viel Wein! Der immer stärker werdende Wind veranlasste uns, auch wieder per Taxi zurück zu fahren.

2. Juni: Morgens wechselten wir uns nun immer ab mit dem Holen frischer Brötchen vom Bäcker in der Stadt für unser Frühstück. Danach haben wir einige Besorgungen in Skala erledigt und sind dann zu Fuß zur Meloi Bucht, der Skala am nächsten liegenden Badebucht, gelaufen. Dort war es einigermaßen windstill. Das Wasser war herrlich, das Baden auch.

Wir aßen Obst zum Mittag. Zum Abendbrot kehrten wir in der Taverne „Grigoris“ am Hafen ein. Die alten „Gewohnheiten“ bestimmen nun mal den Tagesablauf. Nachts erreichte der Wind leider Sturmstärke. Das ist für den Sommer eigentlich ungewöhnlich.

3. Juni: Frische Brötchen zum Frühstück, kleine Einkäufe in Skala im „Tante Emma“ Laden am Hafen. Danach mit einem Taxi zur Agriolivado Bucht zum Baden. Herrlicher Strand, wenige Menschen, kaltes und glaskaltes Meerwasser und einigermaßen windstill. Zu Fuß ging es zurück nach Skala. Abendbrot wieder in der Taverne am Hafen.

4. Juni: Nach dem Frühstück und einigen Einkäufen in Skala sind wir zu Fuß zur Agriolivado Bucht zum ausgiebigen Faulenzen, Schwimmen und in der Sonne aalen gewandert. Dort war es warm und still den ganzen Tag lang.

Abendessen wieder am Hafen. Danach haben wir noch einen Spaziergang zur Merika Bucht im Westen von Skala gemacht zum Sonnenuntergang über Ikaria, aus dem aber leider nichts wurde, der Horizont war wolkenverhangen.

5. Juni: Nach dem Frühstück habe ich uns eine Honda Automatic 50 cc geliehen, mit der wir gleich über Kampos bis zur Lampi-Bucht gefahren sind im Nordosten der Insel. Wir konnten das Kieselsteinsammeln einfach nicht lassen! Der immer noch heftig pustende Wind hat seine Richtung geändert und fegte nun auch voll in die Agriolivado Bucht hinein, wo wir eigentlich noch zum Sonnen und Baden hinfahren wollten. Also fuhren wir zurück nach Skala und faulenzten des Rest des Tages. Zum Abendessen spazierten wir wieder zum Hafen.

6. Juni: Morgens wurden einige Einkäufe in Skala erledigt. Danach fuhren wir über Chora ins Tal bis nach Plaki an der Diakofti Bucht im Südwesten von Patmos und sind von dort zur Psiliamos Bucht zu Fuß gelaufen. Leider war die Brandung in der Bucht sehr stark, aber da nur wenige Leute dort auftauchten, hatten wir fast den ganzen Strand für uns allein und erlebten einen herrlichen Badetag, der abends am Hafen in Skala zu Ende ging. Dort war viel Betrieb durch etliche Kreuzfahrtschiffe und Fähren.

7. Juni: Gleich nach dem Frühstück sind wir hochgefahren nach Chora und haben die schöne Altstadt unterhalb vom Kloster ausgiebig durchwandert. Ich brachte danach meine Nichte Agriolivado Bucht und fuhr selber nochmals nach Chora zum Skizzieren und Fotografieren.

Nachmittags holte ich meine Nichte ab. Abends kehrten wir wieder bei Grigoris ein. Ein kleines Gewitter brachte in der Nacht etwas Regen und Abkühlung.

8. Juni: Auf Patmos wird heute der orthodoxe Himmelfahrtstag gefeiert. Die Geschäfte sind geschlossen, Glockenläuten überall von jeder Kirche und jeder kleinen Kapelle.

Blick zum Johannes Kloster, Juni 1994

Blick zum Johannes Kloster, Juni 1994

Wir durchstreiften erst Skala und fuhren dann zur Agriolivado Bucht zum Schwimmen. Das Meerwasser war recht kühl, der Strand leer. Es war auch endlich windstill. Ein abendliches Feuerwerk beendete den Feiertag. Mit diesem Tag wurde auch das „Anschwimmen“ für die Kinder gefeiert. Wir beendeten den Tag bei Grigoris am Hafen.

9. Juni: Nach dem Frühstück brachte ich meine Nichte wieder in die Agriolivado Bucht. Allein fuhr ich zur Lampi Bucht zum „Kieselsuchen“. Es war dort zwar noch etwas windig, aber ich hatte eine wunderschöne Fernsicht bis nach Samos. Danach ging es auch für ich zum Baden in die Agriolivado Bucht. Abends machten wir einen langen Spaziergang am Hafen vor unserem Abendessen bei Grigoris.

10. Juni: Es wurde wieder ein schöner Tag. Erst ging es nach Grikos die Grikou Bucht erforschen. Der Buchtenspaziergang war wunderschön. Wir kamen dabei auch am Frauenkloster oberhalb von Skala vorüber, konnten es aber nicht besuchen. So ging es nur bis Grikos und auf dem Rückweg bis zum Ausblick in die Merika Bucht. Aber nichts kommt der Agriolivado Bucht gleich, die wir danach dann zum Baden aufsuchten. Es wehte hier heute nur eine leichte Brise. Das Wetter war den ganzen Tag über herrlich, das Meerwasser klar und einladend, und nur wenige Badetouristen tauchten auf. Den Abend beschlossen wir wieder bei Grigoris, bei dem wir mittlerweile Rabatt bekommen.

11. Juni: Erstfuhren wir nach Lampi und danach zur Agriolivado Bucht. Uns interessiert (fast) nichts anderes mehr. Wir kennen uns ja nun auch gut aus. Und der Mensch ist nun mal ein Gewohnheitstier. Da, wo es schön ist, bleibt er/sie hängen. Auch wieder bei Grigoris am Abend.

12: Juni: Nach kurzem Bummel durch Skala ging es wieder zur Agriolivado Bucht für einen weiteren, schönen Badetag bei traumhaftem Wetter. Wir liehen uns ein Pedalo und fuhren damit weit aufs Meer hinaus, das in immer tieferem Blau erstrahlte. Mein Nichte sprang hinein in die Bläue. Ich nicht. Was Schwimmen betrifft bin ich ein echter Feigling, und Wasser hat für mich nun mal keine Balken. Ich muss den Boden unter mir noch erahnen können, der lag aber an der Stelle, bis wohin wir gestrampelt waren, garantiert sehr weit unten…Abends lieferte ich den Motorroller ab, der uns 8 Tage lang gute Dienste geleistet hatte. Wir beschlossen den Tag bei Grigoris, wo sonst?

13. Juni: Nach dem Frühstück schifften wir uns auf dem „Patmos-Express“ ein für eine Tagestour zur Mini-Insel Lipsi, rund 18 km östlich von Patmos gelegen.

Lipsi Karte

Lipsi Karte

Dort gibt es einige schöne Strände. Aber außer dem Hafenort Lipsi an der Lipson Bucht gibt es keine weiteren Dörfer oder Siedlungen, nur Einzelgehöfte in der fast schattenlosen Hügel-/Berglandschaft. Die Fahrt dorthin war sehr schön. Unser kleines Schiff wurde von Delphinen begleitet. Leider gibt es auf der Insel keine alten Häuser mehr, nur neue aus Zementsteinen gebaute. Der Ort machte auf uns außerdem auch einen ziemlich verdreckten Eindruck. Die sanitäre Entsorgung ist auch hier ein Problem. Abwässer werden einfach ins Meer geleitet.

Das Wahrzeichen der Insel sind die hellblau gemalten Kirchenkuppeln. Zu den Stränden gibt es Eselspfade, auf denen man aber auch gut laufen kann. Wir sahen uns die oberhalb vom Hafen gelegene Platia (Marktplatz) von Lipsi und die Agios Theologos Kirche an mit der „Ikone der Schwarzen Muttergottes“, die aus dem 16. Jhdt. stammt. Danach besichtigten wir auch das kleine Inselmuseum und wanderten durch den ganzen Ort und noch ein Stück entlang bis zu einem der näheren Strände. Von den Hügeln von Lipsi hat man einen schönen Blick auf die Stadt mit den vielen hellblauen Kirchenkuppeln. Nach der Rückkehr ging es zu Grigoris zum Abendbrot.

14: Juni: Es wurde wieder ein Badetag nach morgendlichen kleinen Einkäufen in Skala. Wir nahmen ein Boottaxi bis zur Agriolivado Bucht. Sanfte Brise, herrliches Wetter, wunderschönes Meer, nur wenige „Mitbadende“. Abendessen gab es wieder bei Grigoris. Das schöne Essen, das ich mir immer aus den vielen Töpfen nach dem „Deckelheben“ zusammenstelle, wird mir sehr fehlen!

15. Juni: Erst sind wir durch Skala gebummelt und verbrachten danach noch einen herrlichen Badetag in unserer geliebten Bucht! Wir zählen nun die Tage. Dadurch, dass es etwas windig war, wurde es auch nicht so heiß. Wir hatten den Strand (fast) wieder für uns ganz allein.

Unser Badeparadies in der Agriolivado Bucht, Juni 1994

Unser Badeparadies in der Agriolivado Bucht, Juni 1994

Abends sind wir mit dem Bus nach Chora hochgefahren und haben bei Vagelis gespeist. Es war zugleich unser Abschiedsessen. Dazu spielten zwei Griechen wunderschön auf ihren Gitarren und sangen ganz vorzüglich. Sie machten mich richtig schwermütig.

16. Juni: Erst ging es per pedes nach Skala, dann mit dem Boottaxi zur Agriolivado Bucht und dort mit dem Pedalo wieder weit hinaus aufs Meer. Meine Nichte von dort aus noch herum schwimmend, ich beim Zuschauen bibbernd bei der Vorstellung, was da an verschiedenem Großen und Unbekannten in der Tief so herumschwimmt, oder nicht? Zu Fuß ging es dann am späten Nachmittag über die Meloi Bucht wieder zurück nach Skala.

Abschiedsessen gab es bei Grigoris, der uns den Wein dazu spendierte. Griechen muss man ganz einfach liebhaben!

17. Juni: Morgens haben wir zum letzten Mal in unserer kleinen Wohnung gemütlich gefrühstückt, dann unsere Reisetaschen gepackt und sind durch Skala gebummelt zum Souvenir einkaufen. Nachmittags brachte uns ein Taxi zur „Kassandra“, die pünktlich um 16 Uhr abfuhr in Richtung Samos. Wir sahen unterwegs die neuen „Schnellfähren“.

Die Überfahrt war schön, nur vor Samos wurde es etwas stürmisch. Bei Ileni wurden wir wieder herzlich begrüßt. Am Marktplätzchen in Pythagorion gab es in einer Taverne unser Abendbrot. Ein Hafenbummel beendete den Tag.

Karte von Samos und Ikaria

Karte von Samos und Ikaria

18. Juni: Ich bin heute 64 Jahre alt geworden. Zur Feier des Tages haben wir uns wieder Fahrräder geliehen, achteten aber diesmal sehr genau auf eventuelle „frische Asphaltdecken“ und besuchten erneut den Hera Tempel und das Kloster Spiliani. Danach strampelten wir bis zum Badestrand von Samos. Dann haben wir die Fahrräder wieder zurückgegeben. Den Abend beschlossen wir in einer Taverne am Hafen von Pythagorion.

19. Juni: Heute habe ich uns für einen Tage einen Motorroller gemietet, mit dem wir zuerst bis zur Altstadt (Vathi) und Stadt Samos gefahren sind und danach noch nach Kokkari und in die Bergdörfer Vourliotes und Avlakia. Es wurde eine sehr schöne Tour. Mit einem Abendessen in einer Taverne am Hafen und einem Ouzo im Delfini Hotel beschlossen wir unseren letzten Tag auf Samos.

20. Juni: Nach dem Frühstück im Delfini Hotel wurde gepackt. Dann verbrachten wir mit einem Stadtbummel und Sonnen am Samos Strand die Stunden bis zum Abflug. Ein Taxi brachte uns zum Flughafen. Der Flug ging verspätet ab, weil die Maschine aus Frankfurt mit Verspätung angekommen war. Unser herrlicher Griechenland Inselurlaub war zu Ende gegangen.

Es folgt noch eine PDF Datei mit Impressionen aus Chora, der Altstadt unterhalb vom Johannes Kloster auf Patmos.

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