Projekte im Rückblick

Bei den Projekten, auf die ich an dieser Stelle zurückblicke handelt es sich um ein großes überregionales Programm, ein internationales Beratungsnetzwerk und einen ebenfalls überregionalen Fonds für Kleinprojekte. Voranstellen werde ich allerdings einen Bericht über das Ende einer der für mich besonders wichtigen Abteilungen der damaligen GTZ (in der ich bis zu meinem Ruhestand gearbeitet habe) und meine Einschätzung über das, was durch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnnen dieser Abteilung in Bewegung gesetzt werden konnte und welchen Wert das für die Entwicklungszusammenarbeit (EZ) heute immer noch hat.

Die vielschichtigen, von GATE in den verschiedenen Fachbereichen – FAD (Frage-Antwort-Dienst), Kooperation mit Partnerorganisationen in Entwicklungsländern, Forschung und Entwicklung (F&E) – geplanten und durchgeführten Vorhaben in den Bereichen Nutzung erneuerbarer Energiequellen, angepasstes Bauen, Biogaserzeugung und Biomasse Verwertung, Haushaltsenergie (energiesparende Herde, Backöfen u.a.), Wissensmanagement durch Vernetzung, Stärkung des Süd-Süd-Technologie Transfers, usw. und die vielen, oft nur mit geringen Mittel finanzierten Kleinprojekte zur Unterstützung von Hilfe zur Selbsthilfe, all das sollte nach dem Ende von GATE von anderen fachspezifischen Sektorbereichen und Länderabteilungen der GTZ übernommen werden. Deren Projekte und Programme passten alle irgendwie zur Verwirklichung der Visionen „Armutsbekämpfung“ und „Erhalt des sozialen Friedens“ und zu anderen noblen Entwicklungszielen. Aber werden die Armen auch wirklich erreicht?

Nach meiner Auffassung ist eine effektive und nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit wirkungslos ohne Selbsthilfebeiträge (wie gering auch immer) und ohne die volle Einbeziehung der Vor-Ort-Vermittler in die Projektplanung in den „Nehmerländern“, damit die eigentlich Betroffenen auch tatsächlich erreicht werden. Das muss vor allem dann gelten, wenn es sich um groß angelegte Vorhaben und Programme handelt. Wo ist heute die Philosophie „Small is beautiful“ – oder „Rückkehr zum menschlichen Maß“ – von Ernst Friedrich Schumacher geblieben? Die passt wohl kaum noch in das Konzept einer EZ von der in erster Linie die eigene Wirtschaft profitieren soll. Auch von dem einst festgelegten Prozentsatz an bereitgestellten Mitteln für die (damals bundesdeutsche) technische und finanzielle Entwicklungshilfe (erst 1 %, dann 0,7% des eigenen Staatshaushalts) sind wir immer noch meilenweit entfernt. Über die Jahre hinweg ist das sogenannte „Drittgeschäft“ hingegen stetig angestiegen. Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden, solange auch hierbei die betroffenen Empfänger solcher Hilfe von Planungsbeginn an in die Vorhaben mit einbezogen werden.

GATE – der „German Appropriate Technology Exchange“ Dienst – hatte von Anfang an eine eigene „Corporate Identity“, wie nach meiner Auffassung keine andere Abteilung der damaligen GTZ. GATE war national und international für viele Anfrager, vor allem aus Entwicklungsländern, zum Inbegriff geworden für die Art und Weise, wie wir mit unseren Partnern in Afrika, Asien und Lateinamerika zusammen gearbeitet haben. Das „Wir“ wird heute, so viele Jahr nachdem es für uns zur Selbstverständlichkeit geworden war, von der GIZ, der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit und Nachfolgeorganisation der GTZ, als Leitmotiv bemüht.

Das alte GATE Logo

Das alte GATE Logo

Es gab unter den von mir in der Planung und Durchführung betreuten Projekte viele, die ich auch heute noch getrost als erfolgreich und vor allem nachhaltig einstufen kann. Es gab allerdings auch ein Vorhaben – das internationale Bauberatungsnetzwerk (BASIN) – das in der Zwischenzeit fast gänzlich „sanft entschlafen“ ist. Im Projektrückblick werde ich versuchen – aus heutiger Sicht – die Gründe für das Scheitern dieses Vorhabens offen zu legen, sowohl das damalige Projektkonzept betreffend, als auch die nicht gänzliche Einbeziehung der mitwirkenden Netzwerkpartner in den Projektplanungs- und Finanzierungsprozess. Hinzu kam dann noch, dass 2007 die Abteilung GATE, die zuständig war für angepasste Technologien geschlossen wurde und in den anderen Abteilungen augenscheinlich kein Interesse vorhanden war, das Bauberatungsnetzwerk weiterhin zu unterstützen. Die Koordinierung eines solchen überregionalen, weltweiten Netzwerks war eine Aufgabe, die man mit einem „gängigen“ EZ-Projekt mit einer Laufzeit von etwa 5 Jahren bis zum Abschluss nicht vergleichen kann.

Bei einer Weiterfinanzierung der bei GATE angesiedelten Koordinierungsstelle für das internationale Bauberatungsnetzwerk BASIN wäre es mit Sicherheit auch möglich gewesen (um nur ein Beispiel zu nennen), die Netzwerkpartner in Entwicklungsländern mit Hochschulen und Universitäten zu vernetzen, in denen Forschungsprogramme zu wichtigen Themen für Entwicklungsländer durchgeführt werden, wie zum Beispiel (unter anderem) auch für einfache und hygienische sanitäre Entsorgung in ländlichen Gegenden. Viele Anfragen aus Universitäten erreichen mich noch heute. Ich bin immer wieder fassungslos, wenn ich Kenntnis davon erhalte darüber, was da „erforscht“ wird, wo wir schon vor Jahrzehnten dabei geholfen haben die praktische Umsetzung von Forschungsergebnissen zum gleichen Thema zu unterstützen und zu verwirklichen. Unser Anliegen war es immer gewesen, „das Rad nicht neu zu erfinden“!

GATE, auf Englisch „Tor“, öffnete sich von Anbeginn für die Zusammenarbeit mit Partnern in Entwicklungsländern. 2007, nach 30 erfolgreichen Jahren endete die Existenz der GATE-Abteilung mit all ihren Programmen und Projekten und auch die des AT-Forums (eines deutschen Partners von GATE). Das wurde auf einer von der damaligen GTZ-Geschäftsführung organisierten Tagung am 9. Juli 2007 gleich am Anfang verkündet. Ein offizielles Protokoll dieser Tagung mit dem Thema „Angepasste und neue Technologien – noch ein Thema für die EZ?“ gibt es nicht. Es folgen, außer meinem Bericht über das Ende von GATE, Rückblicke auf zwei der für mich wichtigsten damaligen GATE Vorhaben und Initiativen sowie eine Auflistung und teilweise Beschreibung einiger der von mir betreuten Kleinprojekte.

Dem Leser möchte ich mit meinen Ausführungen vermitteln, dass uns eins immer klar war: Die Armut in den Entwicklungsländern kann nur eingedämmt und sozialer Frieden und Gerechtigkeit durch entsprechende Rahmenbedingungen in den Ländern der Dritten Welt geschaffen werden, wenn es gelingt die lokalen Kapazitäten der Betroffenen zur Nutzung der eigenen Ressourcen zu stärken und die erforderlichen Maßnahmen dafür mit ihnen auf Augenhöhe zu planen und sie bei der Durchführung zu unterstützen.

GATE-Kurioses

GATE-Kurioses

Das Ende von GATE

Im Rückblick folgt hier ein zusammenfassender Bericht über das auf einer von der damaligen GTZ-Geschäftsführung organisierten Tagung zum Thema „Angepasste und neue Technologien – noch ein Thema für die EZ?“ über GATE Gesagte und laut Gedachte am 9. Juli 2007, dem Ende einer der nach meiner Auffassung besten Abteilungen der GTZ.

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BASIN – internationaler Bauberatungsdienst

Es war einmal ein internationales Bauberatungsnetzwerk…

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Das GATE-Kooperationspartner Programm

Ehemals Teil des als FAD (Frage-Antwort-Dienst) der Abteilung GATE bekannten überregionalen Projektes wurde dieses große Vorhaben für die Unterstützung von Partnerorganisationen in Entwicklungsländern später Teil des überregionalen ISAT-Projektes.

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GATE/GTZ Kleinprojekte

Hier würde Schumachers „Small is beautiful“ zutreffen. Mit dem Kleinprojektefonds wurde versucht mit wenig viel in Bewegung zu setzen.

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