Liebe Resi, ruhe sanft – ein Nachruf

In „Skizzen und Gemaltes“ und den „Reiseerlebnissen“ erzählte ich schon kurz von meinen Südtiroler Freunden, den Perathoners auf der Regensburger Hütte. Nun ist auch Resi, die Schwester des 1992 schon verstorbenen Hüttenwirts Viktor, die mit ihrem Bruder gemeinsam die Hütte führte und sich dabei insbesondere als Köchin und Küchenchefin um das Wohl der vielen Besucher und Gäste gekümmert hat, heimgegangen. Sie hat ihr 94stes Lebensjahr nicht mehr erreicht, aber vorher noch, bis die Kräfte sie verließen, außer der Küche mit Neffe Bruno und Nichte Manuela zusammen allein den Hüttenbetrieb aufrecht erhalten. Dabei haben ihnen natürlich ihre Familien geholfen. Denn auch Mizzi, Viktor’s Frau, für die Hüttenreinigung und riesige Berge von Wäsche zuständig, war in der Zwischenzeit verstorben.

Ein Hüttenmanagement mit vielen Betten in unterschiedlich großen Lagern und Kammern für die Scharen von Bergwanderern, Bergsteigern und bis 2005 auch noch Wintersportlern, die ihr müdes Haupt betten und Hunger und Durst vorher stillen wollen ist fürwahr keine leichte Sache. Erst 2005 gab es in der Regensburger Hütte Elektrizität. Bis dahin ratterte der Generator, wenn Strom gebraucht wurde. Den gab es seit 1968. Wie schwierig war der Transport aller benötigten Lebensmittel und anderen Güter bis zur Hütte hoch, bevor es Autos mit Vierradantrieb gab! 1963 war die Col-Raiser Seilbahn gebaut worden mit offenen Tonnen – heute ist es eine moderne Umlaufbahn mit geschlossenen Kabinen. 1988 haben wir das hundertjährige Bestehen der Hütte gefeiert. Und einige hunderte von Menschen wurden auch dabei versorgt.

Allen Mühseligkeiten begegnete Resi stets mit einem Lächeln. Auch dann, wenn sich manchmal Gäste daneben benommen haben. Was ich bei meinen Aufenthalten auf der Hütte oft erleben konnte. Für mich waren die Tage dort oben in etwas über 2000 m Höhe jedes Mal ein einmaliges Erlebnis. Denn Resi „umsorgte“ mich wie eine Mutter. Sie kochte hervorragend. Nirgendwo sonst (auch in keinem „Sterne“-Restaurant!) habe ich ein solch schmackhaftes Kalbsschnitzel gegessen, wie bei Resi. Wenn ich angekommen bin auf der Hütte, gab es stets einen Grappa zur Begrüßung, damit mir gleich warm wurde, wie sie sagte. Beim Abschiednehmen bekam ich einen Kräuterlikör zur „Gelenkschmiere“, wenn ich den Weg hinunter nach St. Christina gelaufen bin.

Als ich 2010 zum letzten Mal auf der Hütte war, übergab Resi mir stolz ihr gerade erschienenes Buch „Mein Leben auf der Hütte“ (ISBN 978-88-95781-25-9), das vom Verlag als „Eine Zeitreise in die phantastische Welt der Dolomiten“ bezeichnet wird. Sie signierte es für mich.  Ich hatte ihr Fotobücher mit einer Zusammenstellung meiner Skizzen, Tuschezeichnungen und besten Fotos mitgebracht. Sie möge nun in Frieden ruhen, umrahmt von den Bergen, die sie so sehr geliebt hat.

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