Die vermaledeite Zeitumstellung: 29. Oktober 2016

Es war wieder soweit. Am 29. Oktober wurden in der Nacht unsere Uhren auf die Winterzeit umgestellt. Der einzige Vorteil für mich, bei der die Umstellung auf die Sommerzeit, verbunden mit dem einstündigen Zeitverlust alles Mögliche hervorruft, nur kein Wohlbefinden, ist bei der Winterzeitumstellung, dass ich eine Stunde länger schlafen kann. Der Sonntag danach ist dann oft ein ganz bewusst erlebter Tag zum Rumgammeln, der nach dem Duschen und Haare waschen mit einem genussreichen Frühstück und „end open“ vor den geistigen Augen beginnt und meistens auch als totaler Ruhetag endet. Aber schon dabei ätzt in der Ferne die Gewissheit vom Stundenverlust im Frühjahr.

Energie habe ich wegen dieser vermaledeiten Zeitumstellung noch nie eingespart. Schon gar nicht, als ich noch gearbeitet habe. Denn da hatten wir mit der „Gleitzeit“ eine tolle Möglichkeit, unsere Ankunft bis 9 Uhr morgens beim Einstempeln auszudehnen und am Nachmittag ab 15 Uhr früher Schluss machen zu können. 8 Stunden Arbeit mussten irgendwie rauskommen. Als notorische Frühaufsteherin seit meinen Afrikajahren, wo man bei Sonnenaufgang den Schlaf beendet und bei Sonnenuntergang langsam den Tag ausklingen lässt, war ich oft sehr früh im Büro und konnte daher auch immer sehr früh wieder gehen. In Ghana kitzelt die Sonne einen morgens wach. Oder der Schlafpartner neben einem. Denn dann wird es ganz schnell hell, und man/frau ist fix auf den Beinen. Ach, Afrika fehlt mir ja so sehr!

Außerdem wären Zeitumstellungen in Ghana gar nicht in Erwägung gezogen worden. So etwas gehört mit zu den „Erfindungen“ des weißen Mannes im fernen Europa. Außerdem ist die Zeit in Ghana immer noch „Greenwich Mean Time (GMT)“, die für Großbritannien und in Westafrika gilt. Bei dem Gedanken an unser „Drehen an der Uhr“ finde ich das nun doch wohl ganz langsam einsetzende Zerbröckeln der Umstellungsfront in Europa beachtenswert, wie vorgeführt von der Türkei und Mallorca. Auch Spanien und Zypern ziehen einen Stopp der Umstellung in Erwägung. Ich verfolge entsprechende Bemühungen, die auch bei uns einsetzen mit Wohlwollen, werde aber in unserem Land wohl nicht mehr erleben, ob sie Früchte tragen. Das jährliche an der der Uhr drehen wird nicht enden. Und ich werde der im Frühjahr verlorenen Schlafstunde wieder nachweinen!

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